Leben: Ist ein nachhaltiger Alltag teuer?

Ist ein nachhaltiges Leben teuer?„Einen nachhaltigen Lebensstil muss man sich leisten können.“ Wenn ich so darüber nachdenke, ist an dem Satz auf den ersten Blick etwas dran. Gerade bei Lebensmitteln ist die Bio-Variante, das vegane Produkt oder die nachhaltige Klamotte immer teurer als die „herkömmliche“ Version. Wenn man aber ein bisschen weiter nachdenkt, stimmt der Satz meiner Meinung nach wiederum nur bedingt.

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Es bewegt sich etwas

Seit ich mich selbt mit veganer Ernährung beschäftige, schwirrt das Thema Nachhaltigkeit an sich auch immer in meinen Lebens-Kosmos. Und es wird mehr, von Tag zu Tag.

Finde ich wunderbar, weil ich so immer wieder neue Anregungen bekomme und sich durch Fridays For Future nun auch die Politik ernsthaft mit dem Klimawandel beschäftigen muss.

Davon (und von FFF) kann man halten, was man will: Den Klimawandel leugnen bringt nichts. Nachhaltigkeit an sich komplett zu verteufeln aber auch nicht, weil es eben nicht nur um Bio-Lebensmittel und Fleischverzicht geht.Ist ein nachhaltiges Leben teuer?

Viele leben vielleicht seit jeher in manchen Dingen schon sehr nahhaltig, definieren es aber nicht so. Denn für mich hat Nachhaltigkeit auch immer etwas mit Sparen zu tun, dazu aber mehr weiter unten.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, meine Ernährungsgewohnheiten zu hinterfragen, sondern auch den restlichen Alltag immer mal wieder unter die Lupe zu nehmen. Und glaubt mir, da sehe ich noch viele, viele Baustellen.

Ich habe den Begriff „Nachhaltigkeit“ mal im Online-Duden nachgeschlagen:

„Nachhaltigkeit, die: Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.“Ist ein nachhaltiges Leben teuer?

Wenn ich die Definition lese, muss ich zuerst an den „Earth Overshoot Day“ denken – der Tag im Jahr, an dem wir Erdenbewohner alle Ressourcen verbraucht haben, die uns unser Planet für ein Jahr zur Verfügung stellt. Und der ist leider immer viel zu früh erreicht (im Jahr 2020 war es der 22. August, den Rest des Jahres haben wir also auf Pump gelebt).

Aber ich schweife ab. Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich für mich?

Gewohnheiten ändern

Klingt so einfach, ist es aber erst Mal nicht. Über mehr Nachhaltigkeit denke ich schon sehr lange nach, habe aber bisher noch nicht alles umgesetzt. Der erste große Baustein war bei mir die vegane Ernährungsumstellung vor 6 Jahren.

Die zweite große Umstellung war mein Kaufverhalten, vor allem in Bezug auf Klamotten und die generelle Frage: „Brauche ich das wirklich?“Ist ein nachhaltiges Leben teuer?

Diese Frage begleitet mich nicht nur bei Mode und Konsumgütern, sondern auch bei größeren Anschaffungen aller Art. Wenn ich zum Entschluss komme, dass ich etwas unbedingt benötige/haben möchte, stelle ich mir vor der Anschaffung folgende Fragen:

  • Ist es langlebig?
  • Wo wurde es hergestellt und von wem?
  • Bekomme ich es lokal vor Ort oder muss ich es online kaufen?

Also bedeutet Nachhaltigkeit für mich: Bewusster Konsum. Jeder Kauf ist eine Abstimmung für oder gegen etwas – und glaubt mir: Es macht sehr wohl einen Unterschied, auch wenn es sich als ein einziges kleines Menschlein erst Mal nicht so anfühlt.

Und was hat das Ganze mit Sparen zu tun?

Bewusster Konsum spart Geld

Pflanzliche Milch, Nussmus, fair produzierte Klamotten und dergleichen haben ordentliche Preise. Wer Wert auf Bio-Produkte legt, zahlt hierfür immer mehr als für das herkömmliche Supermarkt-Produkt, allerdings kann man den Fokus auch auf regionale und saisonale Produkte legen – mit kurzen Transportwegen tut man auch schon etwas für mehr Nachhaltigkeit.

Oft kann man aber auch nachhaltige Entscheidungen treffen, ganz ohne etwas zu kaufen. Wo man meiner Meinung nach immer Geld spart, habe ich aus eigener Erfahrung wie folgt zusammengefasst:

1. Vorhandenes nutzen/reparieren

Ich hebe seit jeher fast alles auf, was noch gut ist und was ich irgendwann nochmal brauchen könnte. Deswegen sieht es bei uns Zuhause auch nicht aus, wie auf einem Flohmarkt – Dinge, die ich garantiert nicht mehr nutze, sortiere ich natürlich aus.

Generell versuche ich aber immer, mit dem zu arbeiten, was ich bereits Zuhause habe.

Bei den Schuhen löst sich die Sohle? Der Pulli hat ein kleines Loch? Dann ab damit zur Reparatur oder her mit Nadel und Faden. Gerade Lieblingsteile kann man so noch ein bisschen länger tragen und wertschätzen.Ist ein nachhaltiges Leben teuer?

2. Dinge aus- und verleihen

Gerade bei großen Geräten (Garten, Heimwerken, Küchendinge wie Raclette oder Fondue-Set) muss man nicht immer ein eigenes besitzen – man kann es sich auch einfach ausleihen.

Fragt in eurer Familie oder eurem Freundeskreis rum, wer euch etwas bestimmtes ausleihen kann und bietet andersherum genau solche Dinge auch zum Ausleihen oder zum temporären Tausch an.

3. Gebraucht kaufen

Dieses Internet ist wunderbar, um gebrauchte Dinge zu kaufen udn zu verkaufen: ebay Kleinanzeigen, Portale für gebrauchte Klamotten (wie „vinted„, ehemals „kleiderkreisel“ und „mamikreisel“) und Flohmarkt-Apps bieten eine riesige Auswahl an Second-Hand-Ware, bei der man nicht nur den Geldbeutel schont, sondern auch die Umwelt.

Wenn etwas gekauft werden muss, kann man eben erst Mal sehen, ob man es nicht irgendwo gebraucht bekommt.

4. Langlebige, faire Produkte kaufen

Wenn es unbedingt etwas Neues sein muss, kann man sich immer für die nachhaltige Variante entscheiden: Auch online gibt es viele Portale, die fair hergestellte Produkte oder Kleidung verschiedener Hersteller vertreiben.

Alltagsgegenstände wie Lunchboxen, Trinkflaschen etc. sind in der fairen Variante zwar teurer, wenn sie von guter Qualität sind, halten sie dafür aber auch länger.

Wenn ich eine größere Anschaffung tätige, überlege ich immer, wie lange ich etwas davon habe (wie oft wird es benutzt/abgenutzt) und wie oft müsste ich es zu einem günstigeren Preis kaufen/ersetzen?

„Du machst aber auch Ausnahmen!“

Das ist vollkommen richtig, ich mache Ausnahmen. Weil es mal nicht anders geht, weil ich auch mal zu bequem bin, weil [hier einen beliebigen Füllsatz als Ausrede einfügen].

Mir ist wichtig, dass man das Ganze nicht zu verkrampft angeht, so eine Umstellung geht ohnehin nur schrittweise und soll sich nicht schlecht anfühlen. Oft sind es Kleinigkeiten, die man ändern kann und die einem erst Mal leichter fallen.

<<< Hast Du noch Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag? >>>

Ein Gedanke zu “Leben: Ist ein nachhaltiger Alltag teuer?

  1. Hallo liebe Lisi,

    bei Putzmitteln kann man auch gut Nachhaltigkeit berücksichtigen.
    Soviel Mittel brauchen wir gar nicht und vieles können wir uns selbst machen. Da gibt’s tolle Seiten im Netz. Oder fertig kaufen. Mein Favorit ist da Oranex von Spinnrad. Gibt’s online oder manchmal auch in Apotheken.
    Festes Shampoo und Duschgel. Spart auch Plastik und Ressourcen.
    Selbst bei der Pflanzenpflege kann man vieles selbst machen.
    Danke für deinen Blog und liebe Grüße von Elke

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