Anleitung: Norwegermuster stricken

Norwegermuster strickenIch liebe Norwegermuster. Und war total verblüfft als ich festgestellt habe, dass es viel weniger kompliziert geht, als es aussieht. Also noch eine ganz tolle Technik, die ich Dir hier in einer Anfänger-Anleitung zeigen möchte. Wie bei allem gilt auch hier wieder üben, üben, üben. Aber es lohnt sich total, weil Du damit so unglaublich viele tolle Dinge anstellen kannst!

Norwegermuster Herzvorlage… zum Beispiel Mützen stricken, Handschuhe, Smartphone-Hüllen, Weihnachtskugeln oder wenn Du ganz verrückt bist einen Pullover. Oder einen tollen Janker mit Hirschmotiv. Ich zeige Dir hier nur eine kleine Musterborte und ein ganz simples Herzmuster. Hier auf dem Bild siehst Du das Herzchen als Mustervorlage. Mit Karopapier kannst Du Dir ganz einfach selbst Muster ausdenken. Aber lass uns erstmal mit der Stricktechnik beginnen:Norwegermuster stricken 11. Ich zeige Dir das Ganze mal für’s Rundstricken. Norwegermuster in Reihen zu stricken finde ich immer noch ziemlich unpraktisch, weil man bei den Rückreihen den zusätzlichen Faden dann vorne führen muss und das ist seltsam. Du beginnst also mit einem Rund aus 36 Maschen, 9 auf jeder Nadel.

2. Wenn Du 2 bis 3 Reihen gestrickt hast, geht’s los. Wir fangen mal an mit abwechselnd einer Masche weiß, einer Masche türkis:

3. Du lässt den Arbeitsfaden, den Du bisher verwendet hast, hinter der Arbeit locker hängen und nimmst die zweite Wolle dazu.Norwegermuster stricken 24. Klemme den zweiten Faden zwischen Zeige- und Ringfinger der rechten Hand ein und wickle ihn Dir ganz normal als Arbeitsfaden um den Zeigefinger der linken Hand.

5. Dann strickst Du eine normale rechte Masche, indem Du einstichst, den Arbeitsfaden holst …

6. … und ihn durch die Masche ziehst. Dann lässt Du den türkisen Arbeitsfaden hinter der Arbeit liegen, und nimmst wieder den weißen für die nächste Masche, und so weiter immer im Wechsel eine Runde rum. Garnicht mal so schwer, oder?Norwegermuster stricken 37. So sieht das Ganze nach ein paar Maschen aus.

8. Wenn Du genau hinsiehst kannst Du erkennen, wie sich der türkise Arbeitsfaden hinter einer Masche mit weißem gestrickten Faden bis zur nächsten türkisen Masche spannt. Bei einem größeren Abstand als einer Masche, musst Du den mitgeführten Faden immer schön locker lassen, damit er nicht spannt.

9. Die nächste Runde strickst Du wieder im Wechsel, allerdings versetzt. Also auf jede weiße Masche strickst Du jetzt eine türkise und andersrum.Norwegermuster stricken 410. Jetzt hast Du schon mal den ersten Schritt gemacht, und Dir eine Borte in einem ganz einfachen versetzten Norwegermuster gestrickt. Ab jetzt strickst Du das Herzmuster und musst auch ab und zu Fäden verschränken. Aber der Reihe nach. Ab jetzt nimmst Du die Herzchen-Mustervorlage zur Hand.

11. Erstmal strickst Du drei weiße Maschen, wie auf der Muster-Vorlage. Dann holst Du Dir von hinten ganz locker den türkisen Faden und strickst eine Masche rechts mit türkis.

12. Hier siehst Du, wie sich der türkise Faden hinter der Arbeit über die drei weißen Maschen vom Anfang spannt. Wenn ich den zweiten Faden hinten mitführe, stricke ich immer höchstens 5 Maschen, bevor ich den nicht benutzten Faden mit dem aktiven Arbeitsfaden „verschränke“.

Das musst Du in regelmäßigen Abständen machen, damit der lose Arbeitsfaden hinter der Arbeit keine zu großen Schlaufen bildet. Bei einem Kleidungsstück zum Beispiel zieht man sich sonst leicht Fäden und es ist einfacher, den ungenutzten Faden gut mitzuführen nicht zu fest und nicht zu locker.Norwegermuster stricken 513. Fäden verschränken: Nach der einen türkisen Masche strickst Du die 5 weißen bis zum Ende der Reihe auf der Nadel, also ist es jetzt an der Zeit, die Fäden zu verschränken. Hierfür nimmst Du die beiden Fäden …

14. … und legst den türkisen Faden über den weißen Faden.

15. Bei der nächsten Reihe beginnst Du wieder mit dem weißen Faden als Arbeitsfaden. Der türkise Faden wird also praktisch „eingestrickt“.Norwegermuster stricken 616. Hier siehst Du an der Stelle, wo sich die beiden Nadeln kreuzen, wie der weiße Faden den türkisen an seinem Platz hält. So verschränkst Du also die Fäden.

17. Du strickst immer in Runden weiter und verschränkst die Fäden in der ersten Runde immer am Übergang zur nächsten Nadel.

18. Lisitipp: Ab der nächsten Runde solltest Du die Fäden jeweils eine Masche früher verschränken. Wenn Du die Fäden in aufeinander folgenden Reihen immer an der selben Stelle verschränkst, schimmert der versteckte Faden von hinter der Arbeit sonst nach vorne durch und das sieht seltsam aus. Also machst Du das Verschränken immer versetzt.Norwegermuster stricken 719. Sobald Du mit dem Herzmuster fertig bist, kannst Du noch eine Reihe in weiß stricken und dann nochmal die versetzte Borte wie am Anfang (bei mir hat die Wolle leider nichtmehr gereicht 🙂 )

20. Wenn man das Ganze auf links dreht, sieht man fast so etwas wie einen negativ-Abdruck des Musters. Die Fäden nicht zu locker und nicht zu stramm mitzuführen, ist am Anfang nicht so einfach. Bei mir war das Übungssache und irgendwann hat man das im Gefühl.

21. Jetzt musst Du nur noch die Maschen abketten, und Du hast einen Pulswärmer. Oder Du strickst noch ein bisschen weiter in Runden, bis es eine Smartphoe-Hülle wird, ganz wie Du magst.

Wenn Du noch auf der Suche bist nach Inspiration für Strickprojekte mit Norwegermuster, habe ich hier ein paar Angerungen für Dich:

<<< Wenn Du noch Fragen hast, schreib mir bitte in den Kommentaren! >>>

6 Gedanken zu “Anleitung: Norwegermuster stricken

  1. Danke für die tolle Anleitung für das Norweger Muster.
    1) Ich selbst möchte bald anfangen zu stricken und suche noch nach guten Technik Blogs. Ich kann leider noch nichts. Kannst Du helfen?
    2) Wenn ich einen Norweger Pullover (oder eine Jacke) stricken möchte, die unten ein Muster aufweist, in der Mitte Unifarben ist und oben wieder ein Muster aufweist… Was mache ich dann mit dem zweiten Faden in der anderen Farbe? Wird der Faden zunächst hängen gelassen und später vernäht?
    Danke für Deine Hilfe und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Heike

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Heike,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Wenn Du noch nie gestrickt hast, kann ich Dir meine Anleitung zu den „Basics“ mit rechten und linken Maschen empfehlen: https://lisibloggt.wordpress.com/2015/05/25/anleitung-stricken-fuer-anfaenger/
      Zum Norweger-Pullover: Wenn man den Faden in der zweiten Farbe mehr als ca. 5-10 Reihen nicht braucht, lohnt es sich nicht, ihn dranzulassen. Dann wird er abgeschnitten und auf der Innenseite so unauffällig wie möglich vernäht. Sobald Du wieder zweifarbig strickst, nimmst Du ihn einfach wieder dazu, lässt auf der Innenseite den Anfangs-Faden etwas länger überstehen, damit Du ihn später auch wieder schön vernähen kannst.
      Sag mir gerne, wenn Du Hilfe brauchst! Ich habe bisher noch keinen Norweger-Pulli gestrickt, aber einen Damenjanker mit Hirschmotiv auf dem Rücken. Das war schon ziemlich aufwändig und hat Zeit gekostet und man muss vorher gut üben, den zweiten Faden hinten locker mitlaufen zu lassen, damit sich das Strickstück nicht zusammenzieht. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, so ein großes Projekt in Angriff zu nehmen! (Hier geht’s zu einem Artikel mit Bild vom Damenjanker: https://lisibloggt.wordpress.com/2015/03/18/gluecksfund-im-gruselbuch/)
      Ich wünsche Dir auch einen guten Rutsch und sende liebste Grüße,
      Lisi

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