Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machen

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenMacht euch auf das Schlimmste gefasst: Horrormäßig schlecht belichtete Fotos, absolut ungeübte Selfies, gelb-stichige Portraits von Label-losen Mützen … Und das alles stammt von mir. Ich geh mich gleich mal eine Runde schämen, aber vorher schreib ich den Artikel hier darüber, wie Du gute Bilder von Dir und Deinen Meisterwerken machst. Aller Anfang ist bekanntlich schwer …

Wir sind doch alle fixiert auf das Schöne. Es gibt Dinge, die uns sofort ins Auge springen, Bilder, die uns sofort gefallen. Sicher hast Du auch schon mal was ganz Wunderbares selbstgemacht – aber auf den Bildern sieht es dann einfach blöd aus.

Wenn Du bereits einen eigenen DaWanda-Shop, Blog oder eine Facebook-Seite hast, brauchst Du immer wieder ansprechende Bilder von Deinen Sachen. Wie Du sie nachbearbeiten kannst, hab ich Dir in einem Beitrag über canva bereits gezeigt. Wie Du Deine Produkte so richtig toll ablichtest, ohne professionelles Equipment, zeige ich Dir heute.

Womit Du gute Bilder machst

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenMit meiner SONY Cybershot Kompaktkamera bin ich seit drei Jahren sehr zufrieden. Zwar hat sie nur digitalen Zoom, macht aber trotzdem super Makro-Aufnahmen, die für meine Zwecke vollkommen ausreichen. Sie ist handlich und ansonsten ziemlich unscheinbar, also das perfekte Anfänger-Gerät.

Wo Du gute Bilder machst

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenHier siehst Du meinen Arbeitsplatz, an dem ich auch meine Produkte fotografiere. Ein weißer IKEA-Tisch vor einem Fenster, also kommt viel Tageslicht rein. Leider habe ich in meiner Wohnung keinen Platz, mir ein dauerhaftes kleines “Studio” einzurichten. Außerdem finde ich Tageslicht-Bilder eh viel schöner. Meine Produkte fotografiere ich also auf diesem Tisch.

Wenn ich Bilder von mir mit meinen Sachen mache, benutze ich als Hintergrund meine weiße Wohnzimmerwand. Dann lenkt nichts ab und sie reflektiert genug Licht vom Dachflächenfenster. Oder ich gehe nach draußen. Hier kann ich mit der Defokussierungs-Einstellung den tollen Effekt erzielen, dass der Hintergrund verschwommen ist. Dann kommt der Rest viel besser raus.Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machen

Fehler vermeiden

Was jetzt folgt, sind diverse Negativ-Beispiele die zeigen sollen, wie man so richtig schlechte Bilder vermeiden kann. Hui, jetzt wird’s peinlich.

Falsche Belichtung

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenWeißer Hintergrund und Tageslicht sind meine neuen goldenen Regeln beim Bilder machen. Warum siehst Du hier. Im grellen Blitzlicht kommen die Farben nicht natürlich raus, helle Flächen reflektieren und es entstehen unschöne Schatten-Ränder. Die Bilder stammen noch von meiner alten Kamera, die meinen Sachen ab und zu auch einen grässlichen Gelbstich verpasst hat.

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenAuch garnicht mal so gut: Total verblitze Selfies. Du meine Güte – und die fand ich mal gut! Herrje. Abgesehen davon, dass man weder die Farben der Schals und Mütze, noch das Material gut erkennt, ist das Bild von der braunen Mütze oben abgeschnitten. Das zu verkaufende Produkt muss natürlich einwandfrei zu erkennen sein! Blitz, Schatten, rote Augen, alles viel zu dunkel … Also: Bitte auf keinen Fall nachmachen.

Lisitipp: Hintergrund und Bearbeitung

Ein natürlicher, einfarbiger Hintergrund ohne Schnickschnack ist das einzig Wahre. Ob der jetzt weiß oder grau ist, ein Holz-Tisch oder lackiert, völlig egal. Er sollte dezent sein oder eben verschwommen, wie bei Außen-Aufnahmen. Mit ein paar Aufhellungs- und Kontrast-Effekten in der Nachbearbeitung bekommst Du tolle Bilder. Hier siehst Du: Meine Wand ist auch nicht perfekt. Vor dem Fotografieren muss ich immer erst mal meine Leinwand-Bilder abhängen. Die Nägel in der Wand kann ich später schnell wegretuschieren.

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenLisitipp: Kleine Helferlein

Ich nehm jetzt mal als Beispiel die Bilder der Knopfbastelei-Bobbypins. Die wollten einfach nicht so, wie ich wollte! Immer sind sie umgekippt und wollten partout nicht in Reihe liegen. Also hab ich die unteren Enden durch die Ösen umgedrehter Knöpfe gefädelt.

Das hat den Haarklammern die nötige Stabilität zum Liegen gegeben und ich hab ein tolles Bild bekommen (die unteren Enden hab ich später einfach abgeschnitten). Also: Seid kreativ und sucht euch kleine Hilfen, die man später auf den Bildern nicht mehr sieht!

Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenLisitipp: Selbstauslöser und Körperhaltung

Ich bin kein Model, aber Bilder von mir und meinen Sachen zu machen, macht mir unglaublich viel Spaß. Entweder, der Lieblingsmensch knipst mich, oder ich stelle einen Stuhl auf Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenmeinen Tisch, darauf diverse Schachteln und obenauf meine Kamera. Dann ist Selbstauslöser-Time. Anstrengend ist das schon, weil ich ja immer wieder zur Kamera laufen muss, um wieder den Auslöser zu betätigen. Aber ich weiß eben selbst am besten, wie ich die Bilder gerne hätte. Hierzu sehe ich mir die Bilder immer wieder an, und wenn mir eins besonders gut gefällt, versuch ich mir die Körperhaltung einzuprägen und beim nächsten zu imitieren. Zwar sieht man beim linken Bild den selbst gestrickten Damenjanker schön, aber irgendwie trägt er zugeknöpft ein bisschen auf. Rechts stehe ich nur minimal anders, schiebe mein linkes Bein und die rechte Schulter vor und trage den Janker offen. Dann sieht man auch die selbstgenähte Dirndl-Schürze schön.

Lisitipp: Von allen Seiten

Gerade wenn Du Produkt-Fotos machst, ist es sehr wichtig, das gute Stück von allen Seiten abzulichten. Vorne, hinten, innen, Details …Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machenVor allem in Deinem DaWanda-Shop entscheiden die Kunden hauptsächlich nach den Bildern. Da Du keine 3D-Ansicht geben kannst, solltest Du das Produkt so vollständig wie möglich präsentieren.Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machen

Ein letzter Lisitipp: Viele, viele, viele Bilder!

Auch wenn Du es nicht glaubst: Von ca. 50 – 70 Bildern, die ich von mir und meinen Sachen mache, gefallen mir dann nur ca. 10 gut und 4 so richtig, richtig gut. Je mehr Bilder ich mache, desto wahrscheinlicher ist DAS Bild dabei, das ich super finde.

Also immer viele, viele Bilder machen und nochmal mehr. Am Ende lohnt sich das. Natürlich kommen dann auch viele Fail-Bilder dabei raus, aber die gibt es erst nächste Woche.

2 Gedanken zu “Selbstgemachtes verkaufen – Teil 4: Gute Bilder machen

  1. Ich finde gute Bilder zu bekommen auch ganz schön schwierig. Immerhin beruhigt es mich das Dir auch von 100 nur drei gefallen!
    Danke für den Lisitipp – Körperhaltung merken.
    Wenn ich es beonders gut machen will nehme ich einen großen Spiegel mit raus zum fotographieren. Dann sehe ich mich und mache weniger seltsame Gesichter 😉

    Gefällt 1 Person

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