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Anleitung: Twist-Stirnband mit Perlmuster stricken (mit Video)

Ein Stirnband ist was Feines: Man kann es sehr leicht auch als Anfänger stricken, es ist ein Last-Minute-Geschenk für DIY-Fans und sieht außerdem toll aus. Diese Anleitung für ein Twist-Stirnband ist sehr einfach und das Stricken geht sehr schnell, wegen der dicken Wolle und den dicken Nadeln. Alle Strick-Basics und ein Video bekommst Du hier, also kann eigentlich nichts schief gehen.

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Mein Stirnband-Fimmel

Mittlerweile findest Du hier auf Lisibloggt schon so einige tolle Stirnband-Anleitungen. Mein Favorit ist immer noch das Knöpf-Stirnband mit Zopfmuster, weil es so unglaublich praktisch zu tragen ist – nicht nur mit offenen Haaren.

Der Klassiker, das ganz normale Stirnband mit Zopfmuster in Weinrot, ist aber auch immer noch ganz vorne dabei.

Ein etwas anspruchsvolleres Muster hat das senfgelbe Stirnband mit keltischem Zopf. Immer wenn ich es trage, muss ich an unsere USA-Reise an der Westküste entlang zurückdenken.

Auf einigen der langen Autofahrten hab ich es hinten auf der Rückbank genadelt. Eine wunderbare Reise in jeder Hinsicht …

Was in dem ganzen Stirnband-Sammelsurium bisher noch fehlt, ist ein Stirnband mit Twist. Eigentlich schon höchste Zeit, dass ich Dir hierfür mal eine Anleitung liefere – immerhin ist es so ziemlich das unkomplizierteste Stirnband, das ich bisher angefertigt habe.

Es eignet sich hervorragend für Strick-Anfänger und sieht sehr elegant aus. Wer nochmal nachlesen möchte, wie die Grundtechnik im Stricken funktioniert, kann das gerne in dem verlinkten Artikel mal angehen.

Was Du brauchst:

Perlmuster stricken – was muss ich können?

Das Stirnband wird in einem sehr einfachen Muster gestrickt: Dem Perlmuster. Ich habe es bisher schon sehr oft verwendet, zum Beispiel für meine dunkelblaue Baumwoll-Beanie, die Arm- und Beinstulpen passend zum Knöpf-Stirnband (das links und rechts neben dem Zopfmuster auch ein paar Maschen im Perlmuster ziert, genau wie beim Stirnband mit keltischem Zopf).

Perlmuster geben der Strickarbeit immer ein gewisses Volumen und lassen das Ganze ein wenig grober aussehen. Für meinen gestrickten Damenjanker verwende ich es auch immer sehr gerne.

Wer die Basics im Stricken beherrscht, bekommt auch das Perlmuster gut hin: Es besteht nämlich nur aus rechten und linken Maschen im Wechsel. Also ein sehr schönes Muster für Anfänger.

Maschen anschlagen und Perlmuster stricken

Du beginnst, indem Du 10 Maschen anschlägst (wie Du Maschen aufnimmst beim Stricken, zeige ich Dir in der verlinkten Anleitung). Ab dann strickst Du immer in Hin- und Rückreihen.

In der ersten Reihe strickst Du nach der Randmasche zuerst eine rechte Masche und ab dann immer abwechselnd linke und rechte Maschen, die letzte Masche wird wieder als Randmasche gestrickt.

In der ersten Rückreihe strickst Du wieder linke und rechte Maschen im Wechsel, diesmal beginnst Du allerdings mit einer linken Masche. In der zweiten Hinreihe beginnst Du dann wieder mit einer rechten Masche.

In meiner Anleitung zum Stricken für Anfänger siehst Du auf den Bildern sehr schön den Unterschied zwischen den linken und rechten Maschen. Beim Perlmuster kommt es eigentlich nur darauf an, die Maschen nicht genau so zu stricken, wie sie auf der Nadel liegen, sondern eben versetzt.

Liegt die Masche so auf der Nadel, dass man sie eigentlich als rechte Masche stricken müsste, strickt man stattdessen eine linke Masche und anders herum.

Irgendwann hat man den Unterschied raus und erkennt sofort, ob die Masche eine rechte oder eine linke ist. Nach ein paar Reihen siehst Du dann schon, wie sich das etwas knubbelige Muster ergibt.

Lisitipp: Je dicker die Wolle, mit der Du strickst, desto voluminöser wird das Stirnband dann auch. Wenn Dir mein Stirnband ein wenig zu „fett“ vorkommt, nimm gerne eine weniger dicke Wolle.

Du solltest dann aber auch ein paar mehr Maschen anschlagen. Mein Stirnband ist ca. 10 cm breit und bedeckt so sehr gut die Ohren und hält auch den Rest des Kopfes schön warm. Natürlich kannst Du es auch noch breiter oder ein bisschen schmaler machen. Ich bin ein Fan von sehr breiten Stirnbändern, deswegen fallen meine eben immer ein bisschen breiter aus.

Lisitipp vor dem Twist: Wie lang muss das Strickstück sein?

Bevor Du das Stirnband twistest, halte das bisher gestrickte Stück mal so an Deinen Kopf, dass der Anfang in der Mitte des Hinterkopfes losgeht und das Ende mit der Stricknadel an der Stirn liegt. Passt das Stirnband-Stück noch nicht zur Hälfte um Deinen Kopf, ist es noch nicht lang genug.

Wenn Du es ganz genau machen willst, nimm Dir ein Maßband und halte es an das Strickstück. Es muss unmittelbar vor dem Twist so lang sein, wie die Hälfte Deines Kopfumfanges. Bei mit wären das ca. 27cm, da mein Kopfumfang 55cm beträgt.

Das Stirnband „twisten“

Soweit so gut: Und wie kommt jetzt der „Twist“ ins Stirnband? Das ist eigentlich ziemlich simpel. Du strickst Hin- und Rückreihen im Perlmuster, bis Du 36 Reihen beisammen hast. Ich zähle die Reihen immer gerne an den Randmaschen – wenn Du hier auf 18 kommst, bist Du mit der ersten Hälfte vor dem Twist fertig.

(Beachte aber bitte, was ich vorher geschrieben habe: Wenn Dein Kompfunfang anders ist als meiner und Du fester oder lockerer strickst als ich, kann es hier zu Abweichungen kommen).

Dann strickst Du nur die ersten 5 Maschen ab. Jetzt liegen 5 Maschen auf der einen und 5 Maschen auf der anderen Nadel.

Dann legst Du die linke Nadel nach rechts, einfach vorne über die Strickarbeit drüber. Die Nadel an sich drehst Du dabei nicht, du „vertauschst“ quasi nur die rechte Nadel mit der linken von der Position her.

Dann hebst Du mit dem linken Ende der (vorher noch) linken Nadel, die jetzt rechts liegt, die Maschen von der (vorher noch) rechten Nadel, die jetzt links liegt. Das geht am Anfang vielleicht etwas schwer, weil die beiden mittleren Maschen ja einmal von der Mitte nach ganz außen wandern müssen.

Es macht aber nichts, wenn das Ganze etwas stremmt. Das gibt sich nach ein paar Reihen wieder, sobald Du mal weitergestrickt hast.

Jetzt liegen wieder alle 10 Maschen auf einer Nadel, aber nun sind sie schon „getwistet“. Dein Arbeitsfaden liegt durch das Vertauschen der Maschen jetzt wieder an einem Ende der Reihe und Du kannst wieder mit den Hin- und Rückreihen im Perlmuster anfangen.

Die erste und letzte Masche werden dann wieder wie gehabt als Randmaschen gestrickt. Wundere Dich nicht, wenn die Perlmuster-Abfolge in der ersten Reihe etwas „durcheinander“ erscheint.

Durch das Twisten ist ab der Hälfte der Reihe ein kleiner Dreher in der Abfolge drin. Aber Du strickst einfach ganz stur eine rechte und eine linke Masche im Wechsel, damit ab der nächsten Reihe wieder alles richtig ist.

Nach dem Twist strickst Du nochmal 36 Reihen (oder 18 Randmaschen zählen) im Perlmuster (oder eben so lang, bis das Stirnband um Deinen Kopf passt). Ein paar Reihen nachdem Du die beiden Nadeln vertauscht hast, siehst Du schon, wie sich der Twist schön abhebt.

An der getwisteten Stelle wird das Stirnband natürlich schmaler, bevor es dann durch das Weiterstricken wieder breiter wird.

Wer sich das Ganze nochmal genau ansehen will, bekommt hier ein praktisches Video, das den Twist nochmal genau zeigt:

Da ich seit der Veröffentlichung des Artikels immer wieder Kommentare bekam von fleißigen Lesern, die an der Stelle mit dem Twist hängen geblieben sind, habe ich das Video nachträglich erstellt (deshalb auch das Garn in der anderen Farbe).

Ich hoffe, das Video bringt hier allen die nötige Hilfestellung – ansonsten freue ich mich auch immer über Kommentare und helfe gerne weiter.

Lisitipp: „Mein Twist sieht irgendwie komisch aus!“

Einige von euch haben mir in den Kommentaren geschrieben, dass der Twist bei ihnen seltsam aussieht und nicht funktioniert hat. Glaub mir: Wenn Du alles wie oben beschrieben gestrickt hast, ist der Twist korrekt.

Durch das „Twisten“ der beiden Hälften steht das Strickstück am Twist allerdings unter Spannung (die Stelle mit dem Twist ist viel enger als der Rest, also haben die Maschen hier „weniger Platz“).

Mein Lisitipp: Halte mit der linken Hand die Stricknadel fest und lege das Stirnband auf eine Tischplatte. Wenn Du nun mit der rechten Hand das andere Ende „umklappst“ (zu Dir hin oder von Dir weg, probiere bitte beides aus) wirst Du sehen, wo der Twist korrekt aussieht.

Dann weißt Du auch, wie rum Du die Enden des Stirnbandes zusammennähen musst. Wenn sie richtig herum zusammengenäht sind, ist der Twist „fixiert“ und kann sich nicht mehr verdrehen.

Die Enden Zusammennähen

Sobald Du nach dem Twist genug Reihen hast, kettest Du die Maschen locker ab. Wenn Du Dir nochmal anschauen magst, wie es funktioniert, schau gerne in meine Anleitung zum Maschen abketten beim Stricken.

Wenn Du den Arbeitsfaden abschneidest, kannst Du ruhig ein relativ langes Stück übrig lassen. Das nimmst Du dann, um mit der Stopfnadel die beiden Enden des Stirnbandes aneinanderzunähen.

Lisitipp: Natürlich kannst Du das Stirnband auch ganz ohne Twist stricken. Nur mit Perlmuster sieht es auch schon toll aus und es ist immer noch ein wunderbares Einsteiger-Projekt für einen faulen Wochenend-Nachmittag auf dem Sofa.

Wenn Du trotzdem eine Stelle in der Mitte haben willst, an der sich Dein Stirnband etwas verschmälert, kannst Du es zum Beispiel mit einem Stück der selben Wolle und einer Stopfnadel ein wenig raffen.

Lisitipp: Eine etwas aufwändigere Variante wäre eine gestrickte „Manschette“, die Du um die Mitte des Stirnbandes nähst. Hierfür schlägst Du in der gleichen Wolle 3-4 Maschen an und strickst sie in Hin- und Rückreihen entweder im Perlmuster oder glatt rechts, bis Du ca. 9-10 Reihen hast.

Dann kettest Du die Maschen ab, und legst das so entstandene Strickstück einmal um das Stirnband herum und nähst die Enden aneinander. So hast Du auch eine schmalere Stelle, die durch die gestrickte Manschette entsteht.

Auf Lisibloggt findest Du hierzu auch eine tolle Anleitung für ein gestricktes Stirnband mit Manschette.

Lisitipp für kalte Ohren

Durch die dicke Wolle ist das Stirnband schon sehr flauschig und warm, aber wenn Du es gerne so richtig kuschelig um die Ohren und den Kopf haben möchtest, kannst Du das Stirnband noch mit einem breiten Streifen Vliesstoff füttern.

Durch das Einnähen des Vliesstoffs sitzt das Stirnband noch etwas fester am Kopf und leiert auch nicht so leicht aus. Gerade, wenn man die Haare offen trägt, rutscht das Stirnband sonst nach und nach wieder nach oben, wenn es nicht richtig fest sitzt.

Außerdem sorgt das Vlies dafür, dass die Wolle nicht an der Stirn kratzt. Wer hier empfindlich ist, sollte auf jeden Fall Baumwollgarn verwenden.

<<< Ich bin mittlerweile ein riesen Stirnband-Fan geworden. Und was trägst Du im Winter am liebsten? Schreib mir gerne in den Kommentaren! >>>