Entdeckung: Strickjacke aus Soja-Garn nach Anleitung von Rosa P.

Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.Wer von euch hat schon mal Raglan von oben gestrickt? Bei mir war es hier das erste Mal (bis vor ein paar Monaten wusste ich noch gar nicht, was das überhaupt ist). Für den diesjährigen Urlaub wollte ich mir mal wieder ein größeres Projekt vornehmen – da kam mir die Anleitung von Rosa P. für diese schöne Strickjacke gerade recht.

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Verliebt in eine Strickjacke

Ich war letztes Jahr beim Tag der Wolle in Freiburg, dort hab ich sie zum ersten Mal gesehen und seither ist sie mir immer mal wieder im Kopf rumgespukt: Eine wunderschöne Strickjacke mit Zopfmuster neben den Knopfleisten.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Die Schöpferin der Anleitung ist Rosa P. (alias Ulrike Pachollek) und das Original, in das ich mich verliebt habe, ist in einem herrlichen Senfgelb.

Für meine Variante habe ich mich für ein schönes Hellbraun entschieden, aber ich hätte große Lust, mir die Jacke noch in ein paar weiteren Farben zu stricken.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Die Anleitung zur Strickjacke mit Zopfmuster habe ich mir kurzerhand vor meinem Urlaub bestellt und mich schon mal ein wenig eingelesen. Ich muss mich hier jetzt nämlich mal outen: Ich bin ein absoluter Anleitungs-Muffel.

Ich denke mir zwar selbst super gerne neue Anleitungen aus – aber selbst etwas nach Anleitung zu stricken, ist für mich immer noch mit viel Überwindung verbunden (warum genau, weiß ich selbst nicht wirklich).Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Soja-Garn als Alternative

Einer meiner guten Vorsätze für dieses Jahr war (neben weniger Plastik-Verbrauch im Haushalt) unter anderem, meine vorhandenen Garn-Vorräte zu verbrauchen und nur noch nachhaltige Garne oder Garne ohne Tierfaser-Anteil zu kaufen.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Warum? Weil es auch in der Woll-Industrie viele Missstände und Praktiken gibt, die ich mit meinem Kaufverhalten nicht unterstützen möchte. In einem älteren Artikel auf Lisibloggt zum Garn von „Rosy Green Wool“ könnt ihr hierzu ein wenig nachlesen.

Bei meiner Recherche im Netz bin ich auf das Soja-Garn von „Vegarn“ gestoßen und wollte es einfach mal testen. Hier gibt es neben dem Soja-Garn auch noch weitere vegane Garne – zum Beispiel aus Baumwolle, Tencel oder Jute.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Das Soja-Garn ist im Vergleich zu Baumwolle ein klein wenig spröder, aber trotzdem sehr weich und es hat sich sehr angenehm verarbeiten lassen.

Das Tragegefühl unterscheidet sich für mich im Grunde nicht wirklich von Baumwolle – die Strickjacke ist atmungsaktiv und fühlt sich auf der Haut sehr schön an (und kratzt nicht).Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Was kann die Anleitung?

Ich selbst würde mich eigentlich schon als erfahrene Strickerin bezeichnen, aber manchmal stehe ich einfach total auf dem Schlauch. Als ich die Anleitung runtergeladen hatte, musste ich mir erst mal ein paar Strick-Begriffe hergoogeln, die mir bis dato gar nicht geläufig waren.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Von der Technik „Raglan von oben“ (abgekürzt: RVO) hatte ich zwar schon gehört, das Prinzip allerdings erst nach einiger Zeit so richtig durchschaut: Mit RVO kannst Du Pullover oder Strickjacken vom Kragen bis hinunter zum Saum in einem Stück stricken, ohne am Ende einzelne Teile zusammennähen zu müssen.

Bevor ich das hier umständlich erkläre, würde ich Dir empfehlen, das einfach mal zu googeln: Es gibt unzählige tolle Videos, die das Prinzip super erklären (zum Beispiel die verschiedenen Videos zu Raglan von CraSy – alias Sylvie Rasch).Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Ich bin mittlerweile sehr überzeugt von RVO und es ist auch wirklich nicht schwer, wenn man den Dreh mal raus hat. Da die Maschen für die Ärmel zwischendrin stillgelegt werden, und dann später wieder aufgenommen werden, kann man sogar die Ärmel später in Runden fertig stricken und hat keine unschönen Nähte.

Wie Du dich vorbereiten solltest

Das war wirklich das erste Projekt, bei dem ich total systematisch vorgegangen bin und ganz brav alles vorbereitet habe. Diese Tipps kann ich Dir nur ans Herz legen (eigentlich für jedes größere Strick-Projekt):

1. Maschenprobe machen

Jaaa, die Maschenprobe beim Stricken. Finde ich auch oft sehr lästig, aber es wäre jammerschade, wenn Du den Pulli oder die Jacke wieder auftrennen müsstest, weil etwas zu groß/klein geraten ist. So ging es mir letztes Jahr, als ich meinen Pullover mit Ajourmuster gestrickt habe – da musste ich erst mal wieder alles aufribbeln.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Ich hatte riesiges Glück: Meine Maschenprobe hat genau mit der in der Anleitung übereingestimmt (wenn Du Dir ohnehin das für die Anleitung empfohlene Garn besorgst, solltest Du hier keine Probleme haben).

2. Musterprobe machen

Neben den Knopfleisten verläuft jeweils rechts und links die schöne Zopfmuster-Borte. Am besten übst Du das Muster mal vorab, damit Du die Abfolge schon mal verinnerlichst.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Warum? Weil Du beim Stricken der Jacke später sonst auf extrem viele Dinge gleichzeitig achten musst: Die Raglan-Zunahme, die Knopflöcher etc. Wenn Du dann auch noch das Muster ganz neu erlernen musst, kommt man leicht mal durcheinander.

Das Zopfmuster hier ist total raffiniert – es wird nicht mit verschränkten Maschen und Zopfnadel gestrickt, sondern mit Umschlägen und zusammengestrickten Maschen.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Meine Anpassungen

Da ich ein großer Kleider-Fan bin, habe ich meine Jacke ein wenig kürzer gestrickt. Ich mag das ganz gerne – dann sieht man das Kleid schön, hat aber trotzdem eine warme Jacke drüber (und zum Dirndl kann man so ein kurzes Jäckchen auch gut wie einen gestrickten Trachten-Janker anziehen).

So kann ich auch meine Sommerkleider im Herbst, Winter oder Frühling anziehen (natürlich noch mit Strumpfhose oder Leggings und ein paar schönen gestrickten Stiefel-Stulpen mit Knöpfen).Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Meine Jacken-Ärmel habe ich nur dreiviertel-lang gestrickt. Hätte ich sie in normaler Länge gestrickt, würde ich sie beim Tragen ohnehin immer hoch krempeln (von der Angewohnheit komme ich irgendwie nicht los).

Dadurch, dass meine Jacke insgesamt kürzer ist, habe ich auch die Knöpfe ein wenig enger gesetzt. Diese 12 schönen Stücke habe ich vor ein paar Jahren auf dem Flohmarkt entdeckt und nun haben sie endlich eine wunderschöne Verwendung gefunden. Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Mein Fazit zur Anleitung

Im Großen und Ganzen bin ich mit der Anleitung sehr gut zurecht gekommen, ich kann sie für Strick-Anfänger allerdings nicht wirklich empfehlen. Ein bisschen Vorwissen braucht man schon und Geduld ebenso.

Beim ersten Durchlesen aller Abkürzungen und der beschriebenen Arbeitsschritte dachte ich erst: „Ohje, das kann ich nicht!“, aber immer im Abstand von ungefähr einem halben Tag ist mir dann immer wieder ein neues Licht aufgegangen, wo und wie es weitergeht.

Im Urlaub konnte ich dann richtig loslegen, allerdings hatte ich mich zu dem Zeitpunkt schon ein wenig eingelesen, die Maschen- und die Musterprobe gemacht.Entdeckung der Woche: Strickjacke von Rosa P.

Als Urlaubs-Projekt war die Jacke perfekt – ich hatte außer meinem Socken-Strickzeug nichts anderes dabei, also konnte ich auch nicht „kneifen“ und schnell was leichteres stricken.

(Wenn Du sehen willst, was ich während meines Urlaubs sonst noch gestrickt habe, dann schau gern mal in meine Anleitung zu Stricksocken mit einfachem Herzmuster rein!)

Ich bin irre froh, dass ich mich an der Anleitung für die Strickjacke versucht habe: Neben der neuen Technik RVO habe ich auch ein neues Muster gelernt und bin vom Ergebnis mehr als begeistert.

<<< Zum Glück steht der Herbst schon vor der Tür, sodass ich die Jacke bald ausführen kann! >>>